Heilpflanzen

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Hunderte von Heilkräutern stehen im Ruf, gegen Gallenerkrankungen helfen zu können.

Diese Vielzahl der Kräuter erklärt sich einerseits dadurch, dass Gallenerkrankungen schon seit Jahrtausenden mit Heilpflanzen behandelt werden.

Andererseits enthalten sehr viele Pflanzen die Bitterstoffe, die in der Lage sind, die Produktion von Gallensäften anzuregen. Es gibt auch zahlreiche Kräuter, die entkrampfend wirken, was man sich bei Koliken zunutze machen kann.

Achtung!

Die galletreibende Wirkung einiger Kräuter kann bei Verschluss der Gallenwege gefährlich sein und eventuell auch Koliken auslösen. Daher sollte man die Kräuter-Behandlung mit seinem Arzt absprechen.

Von den zahlreichen Gallen-Kräutern sind jedoch nur einige leicht zu erhalten, sei es in Apotheken oder im Handel.

Die wichtigsten Gallen-Kräuter, die man relativ einfach kaufen kann, werden auf den nächsten Seiten kurz vorgestellt.

Im nächsten Kapitel finden Sie Teemischungen für die verschiedenen Erkrankungen des Gallensystems.

Artischocke

Die bitteren Blätter der Artischocke sind zur Zeit die beliebtesten Heilkräuter zur Behandlung von Gallenschwäche und Gallensteinen.

Man erhält Tabletten mit Artischocken-Extrakten nicht nur in Apotheken, sondern auch in vielen Supermärkten und Drogerien.

Artischocken-Blätter regen aufgrund ihrer Bitterstoffe und Flavonoide die Produktion des Gallensaftes an. Außerdem harmonisieren Sie den Cholesterin-Stoffwechsel, was sich nicht nur günstig auf den Cholesterinspiegel im Blut auswirkt, sondern auch das Verhältnis zwischen Gallensäuren und Cholesterin im Gallensaft ausgleicht. Ferner wird die gesamte Verdauung durch Artischockenblätter gefördert.

Man kann Artischockenblätter für mehrere Gallenprobleme einsetzen:

Bei Gallensteinen wird das weitere Wachstum verlangsamt. Gallenschmerzen und Verdauungsstörungen aufgrund von Gallensteinen können gelindert werden. Wenn nach einer Gallenblasen-Operation weiterhin Beschwerden bestehen (Postcholezystektomie-Syndrom) können Artischocken-Blätter die Beschwerden lindern. Sie sind beim Postcholezystektomiesyndrom die Behandlungsmethode der Wahl.

Man kann die Artischockenblätter wahlweise als Tabletten oder in Mischtees einnehmen.

Erdrauch

Der Erdrauch ist eine fast vergessene Heilpflanze, die früher eine große Bedeutung bei der Behandlung von Galle-Erkrankungen hatte.

Man kann ihn jedoch bei einigen Kräuterhändlern kaufen.

Das Kraut des Erdrauchs regt die Gallenproduktion an und wirkt außerdem entkrampfend.

Man kann den Erdrauch gegen Gallensteine, Gallenschwäche und Verdauungsbeschwerden aufgrund von Gallensteinen anwenden. Auch bei leichten Koliken kann der Erdrauch helfen, aber nur, wenn der Gallengang nicht verstopft ist.

Erdrauch-Kraut eignet sich zur Anwendung in Mischtees. Einzeln angewendet ist er weniger empfehlenswert, weil er in hoher Dosis nicht ganz unproblematisch ist.

Fenchel

Die Samen des Fenchels sind zwar nicht gallefördernd, aber sie wirken stark entkrampfend.

Diese Wirkungsweise ist auch die Hauptaufgabe des Fenchels zur Behandlung von Gallenerkrankungen.

Man kann den Fenchel einerseits anwenden, um Blähungen zu lindern, die häufig bei Gallenerkrankungen auftreten. Auch bei einer Gallenkolik kann der Fenchel sehr gut helfen, weil die Verkrampfungen der Gallenblase und der Gallengänge gelöst werden. Dadurch werden auch die Schmerzen weniger und die Kolik ist schneller vorbei.

Bei allgemeinen Gallenbeschwerden kann man Fenchel in Mischtees integrieren, um auch eine entkrampfende Komponente gegen Blähungen im Tee zu haben.

Bei einer Gallenkolik kann man Fencheltee pur trinken oder als wichtigen Bestandteil eines entkrampfenden Mischtees.

Man erhält Fenchelsamen in Apotheken und nahezu jedem Supermarkt.

Javanische Gelbwurz

Die Javanische Gelbwurz ist nahe verwandt mit dem Gewürz Kurkuma. Seit einiger Zeit ist die javanische Gelbwurz sehr häufig in handelsüblichen Mischtees zur Behandlung von Gallenerkrankungen zu finden. Sie gehört damit zu den modernen, beliebten Gallen-Kräutern.

Die Javanische Gelbwurz steigert die Produktion und den Fluss des Gallensaftes. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend und antibakteriell.

Daher hilft sie besonders gut bei Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege. Man kann sie einerseits bei akuter als auch bei chronischer Gallenblasenentzündung einsetzen.

Auch bei einer zu schwachen Produktion an Gallensaft und damit verbundenen Verdauungsstörungen kann die Javanische Gelbwurz helfen. Daher eignet sie sich auch zur Behandlung des Postcholezystektomiesyndroms.

Bei einem Verschluss der Gallenwege und Gelbsucht sollte man die javanische Gelbwurz jedoch nicht anwenden, weil noch mehr Gallensaft dann nicht gut ist. Wenn man Gallensteine hat, sollte man die Anwendung der javanischen Gelbwurz mit dem Arzt besprechen.

Die javanische Gelbwurz eignet sich vor allem zur Anwendung in Teemischungen, weil sie dann mild wirkt. Außerdem schmeckt sie als Einzeltee etwas muffig.

Kamille

Die Kamille ist keine ausgesprochene Gallen-Heilpflanze. Sie lindert jedoch Verdauungsbeschwerden. Außerdem wirkt sie krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell.

Man kann die Kamille also bei Blähungen und bei Entzündungen der Gallenblase einsetzen. Auch bei einer Kolik kann man die Kamille einsetzen, um die Gallenblase zu entkrampfen.

Kamille eignet sich zur Anwendung als Einzeltee und in Teemischungen.

Man erhält sie in Apotheken und fast allen Supermärkten.

Kümmel

Kümmel-Samen wirken ähnlich wie Fenchel, sie sind sogar stärker. Allerdings schmeckt der Kümmel nicht so lieblich wie der Fenchel.

Kümmel hilft vor allem gegen Blähungen und krampfartige Beschwerden der inneren Organe.

Daher kann der Kümmel einerseits gegen die Verdauungsbeschwerden durch Gallensteine helfen. Andererseits kann Kümmel auch die Beschwerden bei einer Kolik lindern.

Kümmel kann man in der Küche als Gewürz verwenden, um die Verträglichkeit der Nahrung zu verbessern.

Man kann ihn auch als Einzel-Tee oder in Mischtees trinken, um Verdauungsbeschwerden und Koliken zu lindern.

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eine traditionelle Heilpflanze zur Behandlung von Gallenerkrankungen, die auch heute nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt hat.

Laut neuen Untersuchungen ist der Löwenzahn in der Lage, das Wachstum von Gallensteinen zu bremsen.

Außerdem wird durch die im Löwenzahn enthaltenen Bitterstoffe die Gallensaftproduktion angeregt. Löwenzahn wirkt auch krampflösend und entzündungshemmend. Er hilft bei der Fettverdauung.

Daher eignet sich der Löwenzahn zur Behandlung von Gallenschwäche, Postcholezystektomie-Syndrom und Gallenblasenentzündung.

Bei einem Verschluss der Gallenwege sollte man ihn jedoch nicht einsetzen, weshalb er sich auch nicht zur Behandlung einer Gallenkolik eignet.

Mariendistel

Die Früchte der Mariendistel wirken in erster Linie leberschützend. So verhindern sie Leberschädigungen infolge der Gallenprobleme. Eine gesunde Leber ist auch eher in der Lage ausreichend Gallensaft mit einer ausgewogenen Zusammensetzung herzustellen. Daher wirkt die Mariendistel indirekt auch günstig auf das Gallensystem.

Man kann die Mariendistel bei fast allen Arten von Gallenbeschwerden einsetzen.

Es gibt sie als Fertigpräparat in Kapsel- oder Tablettenform. Man kann sie auch als Einzel- oder Mischtee trinken.

Pfefferminze

Die Pfefferminze wirkt in vielfacher Hinsicht günstig bei Gallenerkrankungen. Außerdem schmeckt sie gut und erfrischend. Daher ist sie heutzutage ein Hauptbestandteil der meisten Gallentees.

Die Pfefferminze wirkt leicht galletreibend und außerdem blähungslindernd und krampflösend.

Man kann die Pfefferminze bei Gallenschwäche, Postcholezystektomiesyndrom, Verdauungsbeschwerden und Blähungen einsetzen.

Wegen der galletreibenden Wirkung sollte man mit Pfefferminze vorsichtig sein bei Koliken und bei Gallensteinen, die zu Koliken neigen.

Man kann die Pfefferminze als Einzeltee oder in Mischtees anwenden.

Schafgarbe

Obwohl die Schafgarbe eher als Frauenkraut bekannt ist, hat sie auch eine ausgeprägte galletreibende Wirkung.

Daher wird sie heutzutage mehr und mehr gegen Gallenerkrankungen eingesetzt, weil sie eine milde Wirkung hat.

Zusätzlich wirkt die Schafgarbe krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell.

Man kann die Schafgarbe daher bei Gallenschwäche und daraus folgenden Verdauungsstörungen einsetzen. Auch bei Gallenblasenentzündungen kann man die Schafgarbe verwenden.

Die Schafgarbe kann bei Frauen auch indirekt dazu beitragen, dass Gallensteine nicht wachsen. Sie ist nämlich in der Lage den Progesteron-Spiegel zu stärken, sodass das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron ausgewogen ist. Ein dominanter Östrogenspiegel (Östrogen-Dominanz) fördert die Entstehung von Gallensteinen (siehe Seite 19). Daher wirkt die Schafgarbe bei Frauen dem Gallenstein-Wachstum entgegen.

Das Kraut der Schafgarbe erhält man in Apotheken und in Kräuterläden. In vielen Teemischungen ist Schafgarbe enthalten.

Schöllkraut

Das Schöllkraut ist eine klassische Heilpflanze gegen Leber- und Gallebeschwerden. Doch die darin enthaltenen Alkaloide wirken so stark, dass man das Schöllkraut mit großer Vorsicht einsetzen sollte.

Schöllkraut wirkt galletreibend und stärkt den Fluss des Gallensaftes. Außerdem wirkt es entkrampfend und entzündungshemmend.

Man kann es bei Gallenschwäche einsetzen, das heißt bei Störungen der Fettverdauung aufgrund von zu wenig Gallensaft. Auch bei Gallenblasenentzündungen kann das Schöllkraut helfen. Ebenso sind gallebedingte Blähungen ein Einsatzgebiet für das Schöllkraut.

Doch da die galletreibende Wirkung sehr stark ist, darf man das Schöllkraut nicht bei einem Verschluss der Gallenwege verwenden, also auch nicht bei einer Kolik, obwohl die entkrampfende Wirkung gerade dann sehr wünschenswert wäre.

Man sollte das Schöllkraut am besten in Teemischungen einsetzen, weil seine starke Wirkung durch die Mischung abgemildert wird. Wenn man das Schöllkraut länger als vier Wochen im Jahr verwenden will, sollte man vom Arzt die Leberwerte überprüfen lassen.

In hoher Dosis kann das Schöllkraut giftig sein. Bei Kleinkindern kann es sogar zum Tode führen!

Schöllkraut ist nicht mehr frei verkäuflich, sondern nur noch in Apotheken erhältlich. Dort erhält man es auch nur nach einer Aufklärung über die Risiken und die Einschränkungen der Behandlungsdauer und Dosis. Manche Apotheken können sich eventuell auch weigern, das Schöllkraut zu verkaufen. Man muss den Apothekern glaubhaft versichern, dass man weiß, was man mit dem Schöllkraut tun will.

Daher ist der Einsatz von Schöllkraut nur etwas für fortgeschrittene Heilkräuter-Anwender, obwohl es eine wertvolle, starke Heilpflanze gegen Gallenprobleme ist.

Wegwarte

Die Wegwarte ist eine traditionelle, aber nicht sehr häufig verwendete, Heilpflanze zur Behandlung von Leber- und Galle-Erkrankungen.

Die Wurzel der Wegwarte ist leicht bitter und wirkt mild galletreibend.

Daher eignet sie sich zur Behandlung von Gallenschwäche, bei gallenbedingten Verdauungsbeschwerden und beim Postcholezystektomie-Syndrom.

Wegwarten-Wurzel kann man in Apotheken und in den meisten Kräuterläden kaufen.

Verwandte der Wegwarte gibt es auch als Lebensmittel: der Chicoree, der Endivien-Salat, der Radicchio und der Chicoree-Ersatzkaffee enthalten auch die Bitterstoffe der Wegwarte, die die Gallenfunktion stärken.

Wermut

Der Wermut wird schon seit der Antike gegen Beschwerden des Verdauungssystems eingesetzt.

Die starken Bitterstoffe und anderen Wirkstoffe des Wermuts wirken galletreibend, krampflösend, blähungslindernd, entzündungshemmend und stärkend auf die Verdauungsorgane.

Daher eignet sich der Wermut zur Behandlung von Gallenschwäche, Verdauungsbeschwerden aufgrund von Gallensteinen, Postcholezystektomiesyndrom und Gallenblasenentzündungen.

Da der Wermut sehr bitter ist, hat er jedoch an Beliebtheit deutlich eingebüßt. Auch wenn er nur zu einem geringen Teil in einer Teemischung enthalten ist, schmeckt diese deutlich bitter. Wer den bitteren Geschmack nicht scheut, erhält dank Wermut eine sehr kraftvolle Teemischung. Als Einzeltee ist der Wermut kaum genießbar und außerdem ist das in ihm enthaltene ätherische Öl Thujon in hoher Dosis schädlich.

Man erhält den Wermut in Apotheken und den meisten Kräuterläden.



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