Vorbereitung zur Gallen-OP

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Für eine Gallenblasen-Operation gibt es nur wenige zwingend notwendige Vorbereitungen, denn die eigentliche Operation wird ja vom gut vorbereiteten Ärzte-Team im Krankenhaus durchgeführt.

Doch damit beim Krankenhaus-Aufenthalt und in der Zeit danach alles möglichst reibungslos klappt, sind einige Vorbereitungen sinnvoll.

Nach der Entscheidung

Sobald Sie sich in Absprache mit Ihrem Arzt für eine Gallenblasen-Operation entschieden haben, warten einige medizinische Vorbereitungen auf Sie.

Zunächst gibt es meistens eine vorbereitende Untersuchung im Krankenhaus, bei der auch der Termin festgelegt wird.

Kurz vor der Operation folgen dann oft noch weitere Untersuchungen und Informationsgespräche, beispielsweise mit dem Anästhesisten und dem Chirurgen.

Wenn Sie Familie haben und einen Beruf, ist es wichtig, dass Sie Ihre Familie und Ihre Arbeitsstelle auf Ihren Krankenhausaufenthalt vorbereiten.

Für kleine Kinder muss eine Betreuung gefunden werden und auch Haustiere brauchen jemanden, der sich um sie kümmert. Auch mit dem Partner sollte man klären, wie die Zeit der Abwesenheit geregelt werden soll.

Wer über nennenswerten Besitz verfügt, kann die Gelegenheit nutzen, um ein Testament zu schreiben, wenn das nicht schon geschehen ist. Die Gefahr, bei der Gallenblasenoperation zu sterben, ist zwar gering, aber immerhin vorhanden. Ein Testament kann auch sinnvoll sein, wenn man alleinerziehend ist. Das Testament muss übrigens vollständig von Hand geschrieben werden, wenn man es nicht notariell beurkunden lässt.

Hier eine kurze Checkliste für die Operations-Vorbereitungen, die gleich nach der Entscheidung anstehen:

·         Vorbereitungs-Untersuchung im Krankenhaus mit Terminfestlegung.

·         Informieren des Arbeitsgebers und der Kollegen. Eventuell Einarbeitung einer Vertretung.

·         Abschließen wichtiger Arbeitsprojekte, falls erforderlich.

·         Informieren der Familie.

·         Betreuung für kleine Kinder suchen. Gilt auch für andere Familienangehörige, die Betreuung brauchen, z.B. pflegebedürftige Eltern.

·         Betreuung für Haustiere suchen.

·         Abwesenheit mit dem Lebenspartner besprechen.

·         Testament schreiben.

Woche vor der Operation

In der Woche vor der Operation werden die Vorbereitungen noch etwas konkreter.

Gesund bleiben

Die wichtigste Vorbereitung in der Woche vor der Operation ist das Thema "gesund bleiben".

Mit einer Erkältung oder einer Magen-Darm-Infektion sollte man nämlich nicht operieren, weil sonst die Komplikationsrate sehr viel höher ist. Selbst wenn es nicht zu Komplikationen kommt, dauert die Erholung von der Operation deutlich länger und man hat mehr Beschwerden.

Eine Infektionskrankheit kann dazu führen, dass die Operation verschoben werden muss.

Daher sollte man sich vor der Operation auch nicht überanstrengen oder zu sehr verausgaben. Am besten sorgt man so gut für das eigene Wohlbefinden, dass man zum Zeitpunkt der Operation körperlich und seelisch möglichst fit und ausgeruht ist.

Um gesund zu bleiben, sollte man folgende Punkte beachten:

·         Unnötige Menschenansammlungen meiden, um Ansteckungen zu verhindern.

·         Übermäßige Anstrengungen vermeiden.

·         Entspannte Bewegung an frischer Luft.

·         Auskühlen vermeiden.

·         Ausreichend Schlaf.

·         Gesunde Ernährung mit relativ fettarmen, kleinen Mahlzeiten, um erneute Koliken zu vermeiden

·         Fieber messen, um eventuelle Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Krankenhaus-Ausrüstung vorbereiten

Im Krankenhaus braucht man einige Kleidungsstücke und Utensilien, die man im Alltag nicht unbedingt benötigt. Daher sollte man rechtzeitig dafür sorgen, dass man alles Notwendige im Haus hat.

Für das Krankenhaus brauchen Sie in etwa:

·         Mehrere Schlafanzüge mit weiten Hosen

·         Strickjacke

·         Bademantel

·         Socken

·         Unterwäsche

·         Hausschlappen

·         Hygieneartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Gesichtscreme, Kamm, Duschgel und dergleichen

·         Handtuch

·         Reisewecker

·         Bequeme Hose mit weitem Bund für die Entlassung

·         Interessanten Lesestoff

·         Etwas Geld für Gebühren, Telefon, Lesestoff, Cafeteria

·         Einen kleinen Koffer, um alles einzupacken

 

Vor allem die weiten Hosen und Schlafanzugshosen sind wichtig, weil sich durch die Operation der Bauchumfang vorübergehend deutlich vergrößert. Außerdem ist der Bauch nach der Operation sehr empfindlich und will nicht von einem engen Hosenbund eingeengt werden.

Wenn die gesamte Ausrüstung vorhanden ist, reicht es, den Koffer am Tag vor dem Krankenhausaufenthalt zu packen.

Erholungszeit vorbereiten

Nach dem Krankenhausaufenthalt ist man meistens noch einige Tage lang krank und sehr erholungsbedürftig.

Der Alltag findet dann nicht wie gewohnt statt, sondern alles ist ein wenig anders.

Im Bett sollte es bequem genug sein, um den schmerzenden Bauch gut entspannen zu können, man braucht eventuell eine Wärmflasche, Kräutertee und Schmerzmittel.

Häufig wird man kurz vor dem Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen. Dann hat man nicht viel Gelegenheit, fehlende Dinge bei Bedarf kurzfristig zu kaufen. Daher ist es sinnvoll, absehbar notwendige Hilfsmittel für die Erholungszeit schon vorher anzuschaffen und bereit zu legen.

Folgende Hilfsmittel können nach dem Krankenhausaufenthalt nützlich sein:

·         Wärmflasche: hilft sehr gut gegen Bauchschmerzen, Blähungen und Muskelverkrampfungen.

·         Fencheltee: hilft gegen Blähungsschmerzen.

·         Magnesium: hilft gegen Muskelkrämpfe und Schmerzen infolge des Bauch-Aufpumpens.

·         Simeticon-Präparat: hilft gegen Blähungen.

·         Verdauungstee: stärkt die Verdauung.

·         Hustentee, Hustensaft und Hustenbonbons: helfen bei eventuell auftretendem Husten, der den Bauch belastet.

·         Schmerzmittel, z.B. Ibuprofen: helfen gegen eventuelle Schmerzen.

·         Große Pflaster (8 x 10 cm): braucht man zur Wundversorgung, wenn man geduscht hat (Arzt fragen).

·         Wunddesinfektion: braucht man eventuell, um nach dem Duschen die Umgebung der Wunde zu desinfizieren.

·         Dickes Kopfkissen: hilft beim aufrecht im Bett liegen.

·         Knierolle für das Bett: hilft dabei, im Bett die Bauchdecke zu entspannen.

·         Interessante Filme oder Lesestoff: helfen, die Zeit zu vertreiben, wenn man noch zu schwach für Aktivitäten ist.

Hausputz

Nach der Operation sollte man für 3 bis 4 Wochen nicht schwer heben. Daher entfällt in dieser Zeit auch ein ausgiebiger Hausputz. Der Staubsauger und der Eimer mit dem Putzwasser sind nämlich zu schwer in diesen ersten Wochen nach der Operation.

Außerdem fällt es in der Erholungszeit schwer, sich zu bücken und vornübergebeugt zu arbeiten. Wenn man es dennoch tut, kann man dadurch verstärkte Bauchschmerzen bekommen.

Wenn man keinen hilfsbereiten Partner oder eine Putzhilfe hat, bleibt der Hausputz nach der Operation für mehrere Wochen liegen. Nur ein paar oberflächliche Kleinigkeiten können problemlos erledigt werden.

Also ist es sinnvoll, die Wohnung noch einmal gründlich zu putzen, bevor man ins Krankenhaus fährt. Dabei sollte man es natürlich nicht übertreiben, denn man sollte ja ausgeruht bei der Operation erscheinen.

Freunde informieren

Besucher können die Langeweile des Krankenhausaufenthaltes vertreiben, daher freuen sich die meisten Menschen, wenn sie im Krankenhaus besucht werden.

Damit man besucht wird, sollte man diejenigen Menschen über den Krankenhausaufenthalt informieren, von denen man besucht werden will.

Man sollte jedoch berücksichtigen, dass es in den wenigen Krankenhaus-Tagen nicht allzu viele Besucher sein sollten. Man selbst und auch die Zimmergenossen brauchen auch Ruhe, um wieder gesund zu werden.

Am Tag der Operation ist Besuch zudem wenig sinnvoll, denn dann ist man meistens noch sehr schläfrig und damit beschäftigt, die Folgen der Operation zu bewältigen. Wenn man am Operationstag unbedingt Besuch haben will, sollten es enge Vertraute sein, in deren Gegenwart man sich gehen lassen kann.

Einen Tag vor der Operation

Heutzutage darf man häufig am Tag und in der Nacht vor der Operation noch zu Hause bleiben. Ins Krankenhaus fährt man dann früh am Morgen des Operationstages. Früher ist man meistens schon am Tag vor der Operation ins Krankenhaus gefahren.

Wie der Tag vor der Operation verläuft, ist natürlich davon abhängig, ob Sie noch zu Hause bleiben, oder schon ins Krankenhaus fahren.

Wenn man zu Hause bleibt, muss man einige Aufgaben selbst übernehmen, die früher von den Schwestern im Krankenhaus erledigt beziehungsweise überwacht wurden.

Folgende Aufgaben warten auf Sie, wenn Sie erst am Operationstag ins Krankenhaus fahren:

·         Koffer packen.

·         Am frühen Abend: Heparinspritze geben, falls verlangt.

·         Essen: Nur noch bis abends essen.

·         Trinken: Nur noch bis 2 Stunden vor der Operation klare Getränke trinken, z.B. Wasser.

·         Rauchen: Nur noch bis 6 Stunden vor der Operation.

·         Medikamente nur noch in Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Heparinspritze

Wegen der Bettlägerigkeit nach der Operation muss man gegen Thrombosen vorbeugen.

Thrombosen sind Blutgerinnsel, die in den Beinvenen entstehen können, wenn man lange im Bett liegt. Die Blutgerinnsel können sich von der Venenwand lösen und durch die Blutgefäße wandern, bis sie in die Lunge gelangen und dort eine Embolie verursachen. An solch einer Embolie kann man sterben.

Daher ist es wichtig, Thrombosen zu verhindern.

Im Krankenhaus werden Thrombosen unter anderem mithilfe von Heparinspritzen verhindert. Heparin verringert die Blutgerinnung und verhindert dadurch die Bildung von Blutgerinnseln.

Die erste Heparinspritze ist normalerweise am Abend vor der Operation notwendig.

Da man den Abend vor der Operation nicht mehr im Krankenhaus verbringt, muss man sich heutzutage selber um die Heparinspritze kümmern. Üblicherweise erhält man bei der Voruntersuchung nicht nur eine Heparinspritze zum Mitnehmen, sondern auch eine kurze Einweisung, wie man sich die Spritze selber geben kann.

Das Spritze-Geben ist eigentlich sehr einfach, man muss sich nur überwinden, mit der Nadel durch die Haut zu stechen.

Falls man sich das Spritze-Geben dennoch nicht zutraut, muss man nach anderen Lösungen suchen. Eventuell kann man für diesen Zweck kurz zum Hausarzt gehen.

Wichtig: Nüchtern bleiben

Nüchternheit ist vor der Operation von enormer Bedeutung. Wenn sich während der Operation im Magen noch Speisereste befinden, kann dieser Mageninhalt in die Luftröhre und die Lunge gelangen. Die Folge davon können Lungenentzündung oder sogar Ersticken sein.

Ein Großteil der wenigen Todesfälle bei einer Gallenblasenoperation geschieht durch diese Problematik.

Wenn man sich ganz streng an die Ess- und Trinkregeln vor der Operation hält, kann man sein persönliches Operationsrisiko erheblich senken.

Die genauen Regeln zur Nahrungsaufnahme vor der Operation sind von Krankenhaus zu Krankenhaus etwas unterschiedlich.

Sie lauten jedoch meistens ungefähr wie folgt:

Essen: Mindestens 6 Stunden lang vor der Operation sollte man nichts mehr essen, auch kein Kaugummi oder Kaffee mit Milch usw.. Am besten isst man am Abend vor dem Operationstag die letzte Mahlzeit und dann nichts mehr.

Trinken: Beim Trinken wird zwischen nahrhaften Getränken wie Milch und klaren Getränken wie Wasser unterschieden. Für nahrhafte Getränke gilt das gleiche wie fürs Essen: Nur noch bis maximal 6 Stunden vor der Operation. Für klare Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee gilt: Nur noch bis maximal 2 Stunden vor der Operation. Auf alkoholische Getränke sollte man schon ab 24 Stunden vor der Operation verzichten.

Rauchen: Ab 6 Stunden vor der Operation darf man nicht mehr rauchen.

Direkt vor der Operation

Wenn man morgens im Krankenhaus angekommen ist, wird man von einer Krankenschwester auf die Operation vorbereitet.

Normalerweise wird Blutdruck gemessen, der Puls gefühlt und die Temperatur gemessen. Auch weitere Untersuchungen können stattfinden. Außerdem wird der gesamte Bauch rasiert. Dies ist aus Hygienegründen notwendig.

Für die Operation erhält man meistens spezielle Bekleidung vom Krankenhaus.

Dabei handelt es sich um:

·         Einen Kittel, der im Nacken gebunden wird und ansonsten hinten offen ist.

·         Eine Haube, um die Haare zu bedecken.

·         Kompressionsstrümpfe, um gegen Thrombosen vorzubeugen.

 

Ungefähr eine Stunde, bevor die Operation beginnt, erhält man ein Beruhigungsmittel. Dadurch kann man die Operation halbwegs entspannt abwarten. Manche Menschen schlafen von diesem Mittel auch schon ein.



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