Ablauf der Gallenblasen-Operation

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Die laparoskopische Gallenblasen-Operation läuft ungefähr folgendermaßen ab:

Wenn die Zeit für die Operation gekommen ist, wird man mitsamt seinem Bett in den Operationstrakt gefahren. Zu diesem Zeitpunkt ist man normalerweise schon etwas benommen durch das zuvor verabreichte Beruhigungsmittel.

Vollnarkose

Der erste Schritt bei der Operation ist die Einleitung der Vollnarkose. Sie findet meistens in einem Vorraum statt. Zuerst wird ein venöser Zugang für den Tropf gelegt, meistens in den Handrücken.

Durch diesen venösen Zugang wird unter anderem ein Schlafmittel gespritzt, das einen tiefen Schlaf auslöst. Meistens schläft man schon, wenn man in den Operationssaal geschoben wird.

Erst wenn man schon sehr tief schläft, wird der Beatmungstubus gelegt und die Vollnarkose vollständig eingeleitet.

Die Narkose bei einer laparoskopischen Operation ist die tiefgreifendste Form der Vollnarkose. Zur Beatmung wird ein Beatmungstubus in die Luftröhre geschoben. Die Beatmungs-Luft wird dann mit einem gewissen Druck in die Lunge gepumpt. Das ist notwendig, um dem Druck durch den aufgepumpten Bauch (Pneumoperitoneum) einen Druck für die Atmung entgegen zu setzen. Ohne den Beatmungsdruck würde die Atmung bei der Narkose nicht funktionieren.

Öffnung des Bauches

Wenn man voll narkotisiert ist, wird der Bauch desinfiziert und ein Operationstuch rund um den Bauch befestigt.

Dann wird ein kleines Loch im Bereich des Bauchnabels in die Bauchdecke geschnitten. Der Bauchnabel wird verwendet, weil dort die Bauchdecke besonders dünn ist. Es gibt dort keine Muskelschicht und keine Fettschicht. Außerdem ist die spätere Narbe kaum sichtbar, weil sie im Bauchnabel verschwindet.

Durch das kleine Loch im Bauchnabel wird ein sogenannter Trokar geschoben, der das Loch offen hält und durch den man die anderen Instrumente schieben kann.

Zuerst wird das Innere des Bauches mit CO2 aufgepumpt. Dadurch entsteht ein Hohlraum, der Platz zum Sehen und zum Arbeiten bietet. Dieser aufgepumpte Bauch wird in der Medizinersprache Pneumoperitoneum genannt.

Sobald der Bauch aufgepumpt wurde, wird ein Endoskop in den Bauch eingeführt, mit dem man das Innere des Bauches sehen kann.

Damit man gut operieren kann, werden zwei bis drei weitere kleine Löcher in den rechten Oberbauch geschnitten. Durch diese kleinen Löcher werden Instrumente geschoben, mit denen man greifen und arbeiten kann.

Freilegung der Gallenblase

Unterhalb der Leber wird die Gallenblase identifiziert, an der Spitze mit einem der Instrumente festgehalten und nach oben geklappt.

Dann wird der Gallengang und die Arterie der Gallenblase identifiziert. Das klingt sehr einfach, ist aber mitunter der schwierigste Teil der Operation. Das Innere des Bauches sieht auf anatomischen Zeichnungen zwar relativ übersichtlich aus, aber die Details sind in der Realität oft deutlich unübersichtlicher.

Falls sich bei der optischen Betrachtung der Gallenblase und Gallenwege herausstellt, dass die Situation sehr schwierig ist, kann zu diesem Zeitpunkt auf eine offene Operation umgestellt werden. In diesem Fall, der eher selten eintritt, wird ein langer Bauchschnitt entlang des Rippenbogens gemacht, um direkt an die Gallenblase heran zu kommen.

Normalerweise geht es jedoch weiter mit der laparoskopischen Operation. Dank jahrelanger Erfahrung kann man heutzutage auch stark entzündete Gallenblasen und schwere Verwachsungen mithilfe der laparoskopischen Instrumente erfolgreich behandeln.

Sobald der Gallengang der Gallenblase identifiziert worden ist, werden zwei Clips gesetzt, um ihn zu verschließen. Diese Clips bestehen heutzutage meistens aus einem Kunststoff, der im Laufe der Zeit vom Körper resorbiert wird. Manchmal werden auch Metall-Clips verwendet.

Auch die Arterie der Gallenblase wird durch zwei Clips verschlossen. Dann werden Gallengang und Arterie zwischen den Clips durchtrennt.

Die Gallenblase ist jetzt nicht mehr an die Gefäße angeschlossen.

Doch sie ist noch an der Leber festgewachsen. Daher wird die Leber aus ihrem Bett an der Leber abgeschält. Die dabei entstehende Blutung wird durch die sogenannte Koagulation (Verkochung) gestillt. Diese Wunde hat in der Erholungsphase die größte Bedeutung, denn es braucht eine Weile, bis sie vollständig verheilt.

Manchmal ist die Gallenblase auch mit dem Darm verwachsen. Dann wird sie auch vom Darm abgelöst. Auch andere narbige Verwachsungen rund um die Gallenblase können vorhanden sein. All diese Verwachsungen müssen gelöst werden, bis die Gallenblase ganz frei ist.

In dieser Phase der Operation kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Manchmal entsteht ein Loch in der Gallenblase, durch das Gallensaft in den Bauchraum gelangt. Oder die Gallengänge werden beschädigt. Auch ein Loch im Darm kommt hin und wieder vor. Falls es zu einer solchen Komplikation kommt, kann auf die offene Operationstechnik umgestellt werden, bei der man die Komplikationen leichter in den Griff bekommt.

Meistens gelingt es aber problemlos, die Gallenblase aus ihrem Bett zu lösen und von ihren Gefäßen abzutrennen.

Entfernung der Gallenblase

Dann wird sie durch das Loch im Bauchnabel aus dem Bauch herausgezogen. Bei einer normalen Gallenblase mit wenigen, kleinen Steinen braucht man das Loch im Bauchnabel nur etwas zu dehnen, um die Gallenblase hindurch ziehen zu können.

Doch manchmal ist die Gallenblase durch Entzündungen stark vorgeschädigt. Auch eine Porzellangallenblase ist ein fragiles Organ, das leicht kaputt gehen könnte. In diesem Fall wird ein Bergebeutel aus Plastik in den Bauchraum eingeführt und die Gallenblase darin eingepackt. Die Gallenblase wird dann mitsamt dem Bergebeutel aus dem Bauch gezogen. So kann man verhindern, das die Gallenblase in letzter Sekunde aufplatzt.

Falls die Gallenblase sehr große oder sehr viele Steine enthält, kann sie nicht in einem Stück aus dem Bauchnabel gezogen werden. In diesem Fall werden die vielen Steine zunächst mithilfe eines Laparoskopes aus der Gallenblase entfernt. Falls es sich um sehr große Steine handelt, werden sie vor dem Entfernen zertrümmert. Auch das geht mit den laparoskopischen Instrumenten. Anschließend wird die entleerte Gallenblase aus dem Bauch gezogen.

Die Gallenblase wird von den Mitarbeitern des Operationsteams untersucht, sobald sie den Körper verlassen hat.

Ende der Operation

Der Chirurg saugt inzwischen das CO2 aus dem Bauchraum und zieht die Instrumente aus den Löchern in der Bauchdecke.

Das Kohlendioxid kann meistens nicht vollständig abgesaugt werden. Reste davon bleiben oft in den Winkeln und Nischen des Bauchraums zurück. In den folgenden Tagen werden diese CO2-Reste vom Körper absorbiert.

In manchen Kliniken und wenn Wundwasser oder Blut erwartet werden, wird durch eines der kleinen Bauchlöcher ein Drainageschlauch gelegt. Dieser Drainageschlauch dient dazu, die Flüssigkeiten aus dem Bauchraum nach außen zu transportieren. Meistens wird der Schlauch einen Tag nach der Operation wieder entfernt.

Die anderen Löcher werden zugenäht, in vielen Fällen werden alle Löcher verschlossen.

Wenn der Bauch fertig zugenäht ist, wird auch die Narkose beendet.

Man wird in den Aufwachraum geschoben und wacht allmählich wieder auf.

Im Aufwachraum wird der körperliche Zustand sorgfältig überwacht. Sobald man ansprechbar ist, erhält man auch Schmerzmittel über den Tropf.

Die Menge der Schmerzmittel wird so lange erhöht, bis man die Schmerzen gut aushalten kann.

Sobald die Schmerzen gelindert worden sind und der Kreislauf stabil ist, wird man mit dem Bett in sein Zimmer auf der Station gefahren.

In seinem Zimmer kann man sich von der Operation erholen.

Meistens dämmert man den Rest des Tages vor sich hin. Manche Patienten sind auch schon relativ munter. Dann kann man Fernsehen schauen oder lesen, wenn man will.

Diese Operationsbeschreibung schildert natürlich nur den ungefähren Ablauf einer Gallenblasen-Operation. Jeder Einzelfall ist unterschiedlich und auch in verschiedenen Krankenhäusern gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Die vorliegende Beschreibung dient nur dazu, dass man sich ungefähr vorstellen kann, was während der Narkose mit einem geschieht.



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