Gallengangsentzündung - Cholangitis

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So wie sich die Gallenblase entzünden kann, können sich auch die Gallengänge entzünden. Solch eine Entzündung kann sowohl den großen Gallengang in Darmnähe betreffen, als auch die kleinen feinverästelten Gallengänge in der Leber, wo der Gallensaft aus der Leber kommt.

Die Entzündung der Gallengänge kann daher auf die Leber übergehen. Eine Gallengangsentzündung kann auch zusammen mit einer Gallenblasen-Entzündung auftreten.

Akute Cholangitis

Eine akute Cholangitis wird meistens durch aufgestauten Gallensaft infolge von festsitzenden Gallensteinen verursacht. Auch Tumore, Parasiten, Narben oder angeborene Gallengangsanomalien können den Gallensaft aufstauen.

Bei einer akuten Cholangitis kommt es meistens auch noch zu einer Infektion durch Bakterien, die aus dem Darm aufsteigen.

Manchmal werden die Bakterien auch während einer ERCP, einer endoskopischen Untersuchung der Gallensteine, vom Darm in den Gallengang gebracht.

Eine akute Cholangitis ist meistens durch drei charakteristische Symptome gekennzeichnet.

Diese drei Symptome nennt man die "Charcot-Trias":

·         Schmerzen im rechten Oberbauch

·         Hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost

·         Gelbsucht nach einigen Tagen

 

Die Schmerzen unterm rechten Rippenbogen können leicht bis sehr stark sein.

Das Fieber beginnt oft plötzlich und kann sehr hoch ansteigen, manchmal über 40°C.

Die Gelbsucht (Ikterus) beginnt meistens erst nach einigen Tagen.

Eine akute Cholangitis sollte unbedingt im Krankenhaus behandelt werden.

Gegen den Bakterienbefall werden Antibiotika verabreicht.

Um das Abflusshindernis zu beseitigen, wird oft eine endoskopische Operation (ERCP) durchführt.

Chronische Cholangitis

Eine chronische Cholangitis kann sehr unauffällig verlaufen. Häufig wird sie kaum wahrgenommen oder nur als leichtes Drücken unter dem rechten Rippenbogen.

Sie kann auch mit leicht erhöhter Temperatur, Kraftlosigkeit und Gewichtsverlust einhergehen. Oft ist sie auch mit Übelkeit, Erbrechen und Unverträglichkeit gegen fette Nahrungsmittel verbunden.

Wenn der Gallengang verstopft ist und der Gallensaft nicht abfließen kann, sollte das Abflusshindernis beseitigt werden.

Nicht eitrige destruierende Cholangitis (PBC)

Eine Sonderform der Gallengangsentzündung ist die Primär biliäre Zirrhose, auch nicht eitrige destruierende Cholangitis genannt.

Bei dieser Erkrankung handelt es sich wahrscheinlich um eine Autoimmunkrankheit. Daher findet man antimitochondriale Antikörper (AMA-M2) im Blut.

Die Symptome dieser Erkrankung sind meistens Gelbsucht, Juckreiz und ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut.

Die PBC wird mit meistens mit dem Medikament Ursodeoxycholsäure behandelt. Wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist, hilft nur noch eine Lebertransplantation, weil die PBC auch die Leber zerstört.

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

Eine seltene Form der Gallengangsentzündung mit ungeklärter Ursache ist die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Anders als die meisten anderen Gallenerkrankungen tritt sie häufiger bei Männern auf als bei Frauen.

Oft tritt die PSC gemeinsam mit einer Colitis ulcerosa auf.

Die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei der PBC. In frühen Stadien wird das Medikament Ursodeoxycholsäure gegeben und später kann nur noch eine Lebertransplantation helfen. Die Durchgängigkeit des Gallengangs wird endoskopisch durch ERCP wieder hergestellt. Dazu werden Stents im Gallengang verlegt, die den Gang offen halten.



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