Ernährung

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Zweifellos spielt die Ernährung bei der Entstehung und bei der Behandlung der Gallensteine eine wichtige Rolle. Doch die Bedeutung der Ernährung bei Gallenproblemen wird häufig überbewertet.

Wenn man eine starke Veranlagung zu Gallensteinen hat, kann man auch bei optimaler Ernährung nicht mit Sicherheit verhindern, dass die Gallensteine wachsen.

Bei ungünstiger Ernährung kann man das Wachstum der Gallensteine jedoch beschleunigen und Koliken und Entzündungen provozieren.

Unverträglichkeiten berücksichtigen

Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln ist bei Gallenerkrankungen jedoch häufig eingeschränkt.

Eine Änderung der Ernährung ist also oft eine zwangsläufige Folge aufgrund von Unverträglichkeiten.

Besonders häufig gibt es Unverträglichkeiten bei der Fettverdauung. Fettreiche Nahrungsmittel wie beispielsweise Schweinshaxen werden nicht mehr vertragen. Es kommt zu Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und eventuell Durchfall.

Probleme gibt es häufig auch mit hartgekochten Eiern, einerseits weil Eigelb sehr fettreich ist und andererseits weil hartgekochtes Ei besonders schwer verdaulich ist. Viele Gallekranke vertragen auch blähende Nahrungsmittel nur schlecht, beispielsweise Kohl und Hülsenfrüchte.

Wenn man Nahrungsmittel nicht verträgt, ist es sinnvoll, darauf zu verzichten, zumindest vorübergehend.

Mit einer gründlichen Behandlung der Gallenerkrankung, beispielsweise durch Heilpflanzen oder Gallenblasen-Operation, kann man viele der Unverträglichkeiten verringern, sodass man schließlich wieder alles oder fast alles essen kann.

Fett in Maßen genießen

Bei der Ernährung bei Gallensteinen spielt das Fett in der Nahrung die wichtigste Rolle.

Das hängt damit zusammen, dass der Gallensaft für die Fettverdauung notwendig ist. Wenn die Funktion der Gallenblase und der Gallenwege gestört ist, funktioniert die Fettverdauung nicht mehr richtig.

Ein Teil des Fettes bleibt unverdaut und gelangt in den Dickdarm. Dort verursacht es Blähungen und oft auch Durchfälle. Außerdem fördert es das Wachstum ungünstiger Darmbakterien.

Erstaunlicherweise fördern sowohl zu viel Fett als auch zu wenig Fett in der Nahrung die Entstehung von Gallensteinen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Bei einer fettreichen Ernährung produziert die Leber ständig sehr viel Gallensaft. Dadurch gibt es insgesamt viel Gallensaft und daher auch eine große Menge Ausgangsmaterial für Gallensteine.

Bei einer fettarmen Ernährung wird der Gallensaft in der Gallenblase nur selten gebraucht. Die Gallenblase entleert sich nicht so oft und der darin enthaltene Gallensaft kann sich immer mehr konzentrieren, bis sich Gallensteine bilden. Dieses Phänomen tritt auch bei Diäten und beim Fasten auf, weshalb man beides vermeiden sollte, wenn man zu Gallensteinen neigt.

Fett sollte also weder zu viel noch zu wenig gegessen werden. Eine Ernährung mit mittelviel Fett ist gerade richtig.

Im Detail sollte man auch darauf achten, das Fett über die Mahlzeiten verteilt und nicht zu viel während einer Mahlzeit zu essen.

Kleine Mahlzeiten sind besser als große

Gallenpatienten haben häufig Probleme mit der Verdauung großer Mahlzeiten. Oft kommt es nach großen Mahlzeiten zu Völlegefühl und Blähungen, manchmal auch zu Gallenkoliken.

Schwere Mahlzeiten gelten sogar als die Haupt-Auslöser für Koliken.

Wenn man Gallensteine hat, isst man daher besser nur kleine Mahlzeiten. Falls sich der Hunger dann schnell wieder meldet, kann man eine Zwischenmahlzeit einschieben. Das Gleiche gilt auch für die meisten Menschen, denen die Gallenblase entfernt wurde.

In den letzten Jahren sind, vor allem zum Abnehmen, drei tägliche Mahlzeiten, mit mindestens fünf Stunden Pause dazwischen, modern geworden. Zwischenmahlzeiten gelten als tabu. In Hinblick auf den Blutzuckerspiegel und Abnehmerfolge ist diese Vorgehensweise auch durchaus nachvollziehbar.

Doch wenn man ein Gallepatient ist, sollte man sich nicht streng zu einem Leben ohne Zwischenmahlzeiten zwingen lassen. Wer zu den Hauptmahlzeiten wegen seiner Galle nicht genug essen kann, um satt zu werden, sollte Zwischenmahlzeiten einlegen.

Wer jedoch sowieso mit Übergewicht und ständiger Gewichtszunahme zu kämpfen hat, sollte überprüfen, ob es nicht auch ohne Zwischenmahlzeiten geht. Sehr ungünstig für die Gewichtsentwicklung ist auch häufiges Snacken.

Blähende Nahrungsmittel vermeiden

Ein verbreitetes Problem für Gallepatienten ist die Unverträglichkeit von blähenden Nahrungsmitteln.

Folgende Nahrungsmittel gelten als blähungsfördernd:

·         Kohlarten

·         Hülsenfrüchte

·         Zwiebeln

·         Knoblauch

·         Schwarzwurzeln

·         Vollkornprodukte

 

Das bedeutet jedoch nicht, dass blähende Nahrungsmittel prinzipiell schädlich für Gallepatienten sind.

Manche Gallepatienten haben keine Verträglichkeitsprobleme mit blähenden Nahrungsmitteln. Dann dürfen sie sie auch essen.

Außerdem gibt es Unterschiede bei den einzelnen Nahrungsmitteln.

Die verschiedenen Kohlarten blähen beispielsweise unterschiedlich stark. Blumenkohl und Brokkoli blähen schwächer als Weißkohl.

Zwiebeln und Knoblauch wirken zwar blähend, aber sie helfen auch dabei, die Luft wieder loszuwerden. Das hat dann zwar mitunter geruchsintensive Folgen, aber der Bauch schmerzt nicht, wie es bei festsitzenden Blähungen der Fall ist. Zwiebeln und Knoblauch können sogar helfen, Bohnen oder Kohl besser zu vertragen.

Die Verträglichkeit blähender Nahrungsmittel kann sich im Laufe der Zeit auch wandeln. Es kann Zeiten geben, in denen man mit starken Blähungen reagiert und andere Zeiten, in denen man die gleichen Nahrungsmittel problemlos verträgt.

Es lohnt sich also, immer mal wieder vorsichtig auszuprobieren, ob man unverträgliche Nahrungsmittel inzwischen verträgt.

Nahrungsmittel-Intoleranzen berücksichtigen

Echte Nahrungsmittel-Intoleranzen haben zwar nichts mit der Gallenblase zu tun. Aber wenn man Gallensteine hat, schiebt man unerkannte Nahrungsmittel-Intoleranzen möglicherweise auf die Gallensteine.

Die Folge davon ist, dass die Intoleranz nicht berücksichtigt wird und die Beschwerden fortbestehen, selbst wenn man die Galleerkrankung erfolgreich behandelt.

Dieses Problem betrifft nicht etwa nur sehr wenige Menschen. Ein nennenswerter Teil der Bevölkerung leidet unter der einen oder anderen Nahrungsmittel-Intoleranz.

Von einer Laktose-Intoleranz sind in Mitteleuropa etwa 10% der Menschen betroffen. Diese Menschen vertragen keine normale Milch, kein Jogurt und zahlreiche andere Milchprodukte. Die Folge dieser Intoleranz sind Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall. Die Beschwerden ähneln also den Beschwerden durch Gallenerkrankungen.

Unter einer Fructose-Unverträglichkeit leiden hierzulande sogar 30% der Bevölkerung mehr oder weniger stark ausgeprägt. Diese Unverträglichkeit betrifft verschiedene Obstsorten und vor allem Fruchtzucker in industriell gefertigter Nahrung, also beispielsweise Softdrinks, Süßigkeiten und unzählige andere Nahrungsmittel. Was man persönlich im Detail verträgt, muss jeder Mensch mit Fructose-Unverträglichkeit selbst herausfinden. Die Beschwerden sind auch wieder Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall.

Erheblich seltener ist die Zöliakie, eine Gluten-Unverträglichkeit. Gluten ist das Eiweiß in Weizen und anderen Getreide-Arten. Die Betroffenen vertragen kein normales Brot, Kuchen, Nudel und andere Getreide-Produkte. Wenn sie Brot essen wollen, müssen sie glutenfreie Sonderprodukte kaufen, die es inzwischen immer häufiger im Angebot gibt. Die Beschwerden bei einer Zöliakie ähneln denen der anderen Unverträglichkeiten. Sie treten meist schon bei kleinsten Glutenmengen in der Nahrung auf. Hinzu kommt die Gefahr an Krebs zu erkranken, wenn man sich nicht streng an eine glutenfreie Ernährung hält.

Manche Menschen haben auch eine Vollkorn-Unverträglichkeit. Vollkorn enthält einige Substanzen, z.B. Lektine, die den Darm reizen. Eine Vollkornunverträglichkeit kann anlagebedingt bestehen oder auch durch häufigen Vollkorn-Konsum ausgelöst werden. Diese Unverträglichkeit ist problematisch, weil Vollkorn und Ballaststoffe bei Gallensteinen als günstige Nahrungsmittel empfohlen werden.

Günstige Nahrungsmittel bei Gallenerkrankungen

Einige Nahrungsmittel wirken wie Heilkräuter auf Leber und Galle.

Sie fördern die Produktion des Gallensaftes und regen die gesamte Verdauung an.

Mit diesen Nahrungsmitteln fällt es dem Körper leichter, die Nahrung zu verdauen.

Gemeinsam ist diesen Nahrungsmitteln, dass sie etwas bitter schmecken. Die Bitterstoffe sind es auch, die galletreibend und verdauungsfördernd wirken.

Folgende Nahrungsmittel sind besonders günstig für die Galle:

·         Endiviensalat

·         Chicoree

·         Radicchio

·         Löwenzahnsalat

·         Grapefruit

·         Pomelo

 

Wenn man diese bitteren Nahrungsmittel nicht gewöhnt ist, sollte man sich langsam daran gewöhnen. Denn auch wenn bittere Nahrungsmittel gesund für die Galle sind, muss der Körper erst damit vertraut werden.

Problematische Gewürze

Einige Gewürze können für Gallensteinbesitzer problematisch werden.

Dazu gehören beispielsweise folgende Gewürze:

·         Ingwer

·         Curcuma

·         Scharfe Gewürze

 

Ingwer und Curcuma haben eine galletreibende Wirkung, was prinzipiell sogar gut gegen Gallebeschwerden helfen kann. Aber bei Gallensteinen können in seltenen Fällen durch diese galletreibende Wirkung Koliken ausgelöst werden.

Scharfe Gewürze werden von manchen Gallenpatienten nicht vertragen. Sie bekommen Verdauungsbeschwerden und eventuell Gallenschmerzen durch scharfes Essen. Ist dies der Fall, sollte man scharfe Nahrung meiden. Wer jedoch problemlos scharfe Speisen verträgt, kann auch als Gallenpatient scharf essen.

Nahrungsergänzung

Einige Nahrungsergänzungsmittel stehen im Ruf, gegen Gallensteine und die damit verbundenen Beschwerden zu helfen.

Magnesium

Magnesium soll die Entstehung und das Wachstum von Gallensteinen verhindern.

Wenn man einen Magnesium-Mangel hat, ein durchaus verbreitetes Phänomen, leiden darunter nicht nur die Muskeln und das Nervensystem, sondern auch der Cholesterin-Stoffwechsel.

Die Folge davon können Gallensteine sein.

Wenn man sich magnesiumreich ernährt, oder Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, kann man den Cholesterin-Stoffwechsel verbessern und das Wachstum von Gallensteinen bremsen.

In den Tagen nach einer minimalinvasiven Gallenblasen-Operation hilft Magnesium auch gegen die schmerzhaften Blähungen, die man dann meistens hat.

Magnesium ist in Fleisch, Vollkornprodukten, Nüssen, Milchprodukten und Schokolade viel enthalten.

Vitamin C

Vitamin C soll nicht nur in der Lage sein, das Wachstum von Gallensteinen zu verhindern, sondern es soll die Steine sogar auflösen können.

Durch reichlich Vitamin C in der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel kann die Leber vermehrt Gallensäure bilden. Diese Gallensäure kann dann das verbreitete Übermaß an Cholesterin im Gallensaft ausgleichen. So überwiegt das Cholesterin nicht mehr im Gallensaft und kristallisiert daher auch nicht mehr zu Steinen aus.

Vitamin C ist in Früchten und Gemüse viel enthalten.

Lecithin

Lecithin sind besondere Lipide mit emulgierender Wirkung. Im Gallensaft ist Lecithin enthalten. Es hilft bei der Emulgierung der Nahrungsfette, verbindet aber auch die Bestandteile des Gallensaftes miteinander.

Vor allem der Lecithin-Bestandteil Phosphatidylcholin soll in der Lage sein, das Wachstum von Gallensteinen zu verhindern und die Steine sogar aufzulösen.

Lecithin kann man mit der Nahrung und auch als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Lecithin ist in Eiern, Nüssen und vielen Samen enthalten.

Trinken

Jeder Mensch sollte täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Nur dann kann der Körper in jeder Körperzelle optimal funktionieren und alle Abfallstoffe problemlos ausscheiden.

Wenn man zu wenig trinkt, kann es zu vielen Gesundheitsbeschwerden und Krankheiten kommen.

Eines dieser Probleme durch Flüssigkeitsmangel ist eine verstärkte Bildung von Gallensteinen. Der von der Leber produzierte Gallensaft ist weniger flüssig und von Anfang an stärker konzentriert. Daher bilden sich leichter Gallensteine.

Wichtig ist es also, dass man immer ausreichend trinkt.

Besonders gut geeignet ist Wasser, wahlweise Leitungswasser oder Mineralwasser. Auch Kräutertees sind geeignet, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Wegen des hohen Magnesium- und Hydrogencarbonat-Gehaltes wird häufig Fachinger®-Wasser gegen Gallenbeschwerden empfohlen.

Kaffee

Kaffee spielt für Gallenpatienten eine widersprüchliche Sonderrolle.

Viele Menschen mit Gallensteinen vertragen keinen Kaffee. Sie sollten daher auch keinen Kaffee trinken.

Wer Kaffee verträgt, kann jedoch davon profitieren, denn möglicherweise kann Kaffee gegen Gallensteine helfen.

Koffein wirkt galletreibend und stimuliert die Ausschüttung des Gallensaftes aus der Gallenblase.

Die im Kaffee enthaltenen Substanzen Diterpen alkohol, Cafestol and Kahweol haben eine günstige Wirkung auf den Cholesterin-Stoffwechsel. Sie können den LDL-Spiegel (= "böses Cholesterin") senken. Dadurch wirken sie unter anderem dem Wachstum von Gallensteinen entgegen.

Kaffee-Liebhaber können also unbesorgt Kaffee trinken, wenn sie ihn problemlos vertragen.



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